Die Kreisversammlung brachte zahlreiche Delegierte aus den Ortsvereinen, Ehrenamtliche und Gäste zusammen, um auf die vielfältige Arbeit des DRK-Kreisverbands Freiburg zurückzublicken und wichtige Weichen für die Zukunft zu stellen.
Nach der Eröffnung der Versammlung und der Totenehrung folgten die Tätigkeitsberichte des Aufsichtsrates und des hauptamtlichen Vorstandes Jochen Hilpert. In diesen wurde wieder einmal deutlich, wie breit das Aufgabenspektrum des Kreisverbandes ist und welchen Beitrag die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden täglich für die Menschen in der Region leisten. Dr. Jürgen Lambert, Vorsitzender des Aufsichtsrates blickte auf die vergangenen vier Jahre seiner Legislaturperiode zurück und lobte den Einsatz der ehrenamtlichen Einsatzkräfte. Vorstand Jochen Hilpert richtete den Blick in seiner Ansprache auf die Erfolge und Herausforderungen im vergangenen Jahr.
Im Rettungsdienst verzeichnete der Kreisverband steigende Alarmierungen in mehreren Bereichen. In der Integrierten Leitstelle gingen mehr als 117.000 Notrufe ein – rund acht Prozent mehr als im Vorjahr. Insgesamt wurden 12.861 Notarzteinsätze alarmiert. Die Rettungswagen rückten rund 26.500-mal aus, während der Krankentransport knapp 18.200 Transporte verzeichnete. Auch die Helfer-vor-Ort-Gruppen und Ersthelfer waren mit 4.214 Einsätzen stark gefordert. Die Rettungshundestaffeln wurden 33-mal alarmiert, das Kriseninterventionsteam war 136-mal im Einsatz.
Hilpert betonte, wie sehr diese Zahlen die Bedeutung einer verlässlichen Notfallversorgung in der Region verdeutlichen. Auch angesichts von Klinikschließungen, wie in Breisach, bleibt der Rettungsdienst ein unverzichtbarer Bestandteil der medizinischen Versorgung. Gleichzeitig warnte der Vorstand vor einer drohenden Unterfinanzierung durch geplante gesetzliche Veränderungen auf Bundesebene. Für eine leistungsfähige Notfallversorgung brauche es eine verlässliche Finanzierung des Rettungsdienstes, der Integrierten Leitstellen und des Krankentransports.
Ein wichtiges Signal für das Ehrenamt war im vergangenen Jahr die erreichte gesetzliche Gleichstellung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte im novellierten Katastrophenschutzgesetz. Der Kreisverband sieht darin einen bedeutenden Schritt zur Stärkung des Bevölkerungsschutzes und zur Anerkennung des Engagements seiner Helferinnen und Helfer.
Erfreulich entwickelte sich auch die Breitenausbildung in Erster Hilfe. Insgesamt nahmen im vergangenen Jahr 8.354 Personen an den Ausbildungsangeboten teil – mehr als 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders die kostenlosen Laien-Reanimationstrainings wurden von der Bevölkerung gut angenommen. Auch die Blutspende blieb auf einem stabilen Niveau.
Bei Sanitätswachdiensten stellte insbesondere die extreme Hitze im Sommer die Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen. Darüber hinaus bewährte sich die Zusammenarbeit mit anderen Hilfsorganisationen, der Polizei, der Feuerwehr und weiteren Partnern bei größeren Veranstaltungen in Freiburg.
Der Vorstand dankte ausdrücklich den Fördermitgliedern, Spenderinnen und Spendern sowie den zahlreichen haupt- und ehrenamtlich Engagierten. Rund 17.400 Fördermitglieder und mehr als 2.000 Ehrenamtliche unterstützen den DRK-Kreisverband Freiburg und seine 34 Ortsvereine. Im Jahr 2025 waren insgesamt 935 hauptberufliche Mitarbeitende, Freiwilligendienstleistende und Auszubildende im Kreisverband tätig. 74 Auszubildende waren in den Bereichen Verwaltung, Rettungsdienst und Pflege beschäftigt.
Mit Blick auf die kommenden Jahre setzt der Kreisverband klare Schwerpunkte: Die Wirtschaftlichkeit soll gesichert, das Ehrenamt weiter gestärkt und die Widerstandsfähigkeit des Verbandes ausgebaut werden. Dazu gehören eine stärkere IT-Sicherheit, die Entwicklung und Erprobung von Notfallkonzepten sowie der sinnvolle Einsatz von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz. Auch Nachhaltigkeit, eine zukunftsfähige Mobilitätsstrategie und ein verantwortungsvoller Umgang mit Energiekosten stehen auf der Agenda.
Ein zentraler Punkt der Kreisversammlung waren die turnusmäßigen Wahlen. Dabei wurden sowohl der neue Aufsichtsrat als auch die Vertretenden für die Landesversammlung erfolgreich gewählt. Dr. Jürgen Lambert nahm die erneute Wahl zum Aufsichtsratsvorsitzenden an. Neu im Aufsichtsrat ist unter anderem Prof. Dr. Marlene Walk, die an der Freiburger Universität den Lehrstuhl für Public und Nonprofit Management innehat. Sozialbürgermeister Roland Meder übernahm die Nachfolge seines Vorgängers Ulrich von Kirchbach im Aufsichtsrat. Damit wurden wichtige personelle Grundlagen für die weitere Arbeit des Kreisverbandes und seine Mitwirkung auf Landesebene geschaffen.
Förderpreise der DRK-Stiftung Freiburg gingen in diesem Jahr in insgesamt acht Ortsvereine, die damit verschiedene soziale Projekte für Menschen in der Region finanzieren können. Insgesamt schüttete die Stiftung 10.000 Euro Fördergelder aus.
Es folgte die Ehrung und Verabschiedung der ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrates. Der ehemalige Erste Bürgermeister der Stadt Freiburg, Ulrich von Kirchbach wurde zusätzlich für sein jahrelanges Engagement mit dem „Humiroir“ des Badischen Roten Kreuzes geehrt und zum Ehrenmitglied des DRK-Kreisverband Freiburg gemacht.
Grußworte kamen aus dem Landratsamt, von Sozialbürgermeister Roland Meder, vom Badischen Roten Kreuz, Nadyne Saint-Cast, Landtagsabgeordnete vom Bündnis 90/Die Grüne und Dr. Martin Roesen von den Freiburger Maltesern.
Die Kreisversammlung machte deutlich, wie vielfältig die Aufgaben des DRK-Kreisverbands Freiburg sind und wie wichtig das Zusammenspiel von Haupt- und Ehrenamt für ihre Bewältigung bleibt. Trotz wirtschaftlicher, personeller und gesellschaftlicher Herausforderungen blickt der Kreisverband mit klaren Prioritäten und Zuversicht nach vorn. Ziel bleibt es, Menschen in Not zuverlässig zu helfen und die Angebote des Roten Kreuzes in der Region langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln.
