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DRK besorgt über Personalengpässe im Rettungsdienst


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Mittwoch, 1. August 2018

Auf Grund der angespannten Arbeitsmarktlage im Rettungsdienst ist der DRK-Kreisverband Freiburg weiterhin gezwungen, personelle Engpässe zu verkraften. Durch den Wegfall des Zivildienstes 2011 und der Ausbildung zum Rettungsassistenten 2014 ist eine Lücke in der Nachwuchsgewinnung entstanden, die noch weiter andauern wird. Die Situation am Arbeitsmarkt verschärft sich, weil noch mindestens bis Ende 2019 viel zu wenig neue Notfallsanitäter zur Verfügung stehen. Bis zum 31.07.2018 wurden in Freiburg dennoch in der Notfallrettung knapp 98 % der geplanten Schichten besetzt. Im Krankentransport wurden die vorgesehenen Betriebszeiten eingehalten. Das DRK bedauert die Folgen besonders für die Patientinnen und Patienten dennoch sehr und bittet gleichzeitig um Verständnis. Um die bestmögliche Vorgehensweise bei Personalmangel umzusetzen, wurde vom DRK eine externe Gutachterin miteinbezogen. Trotz der angespannten Situation am Arbeitsmarkt bleibt die Versorgungsqualität erhalten: so ist der Rettungswagen im Bereich Freiburg/ Breisgau-Hochschwarzwald durchschnittlich zwischen 5-8 Minuten nach dem Ausrücken am Unfallort.

Um dem Personalengpass entgegen zu wirken und die Versorgung für die Bevölkerung weiterhin bedarfsgerecht zu organisieren hat das DRK schon im ersten Halbjahr Maßnahmen eingeleitet, die die Situation weiter entschärfen können.

• Ausbildung von 20 Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitätern bis Ende 2018
• Verstärkung der Ausbildung der Notfallsanitäter/-innen und Erhöhung der Anzahl der Auszubildenden schrittweise auf 18 im Jahr 2018
• verstärkte überregionale Personalgewinnung
• stärkere Einbindung des Ehrenamtes in die Aufgabenbereiche des Rettungsdienstes
• Schaffung von niederschwelligen Einstiegsmöglichkeiten in die Tätigkeiten und Berufe des Rettungsdienstes, z.B. für Wiedereinsteiger und Flüchtlinge

In einer Handlungsanweisung des DRK wird die Vorgehensweise bei Personalmangel für die Besetzung der Schichten in den einzelnen Rettungswachen festgelegt. Diese mit einem Gutachter abgestimmte Handlungsanweisung sieht bspw. auch vor Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeug zusammenzuführen, um auf diese Weise die notärztliche Versorgung auch bei Personalmangel aufrechtzuerhalten. Weiterhin hat das DRK aufgrund der verschärften Situation Gespräche mit anderen Hilfsorganisationen aufgenommen, um ggf. in einer gemeinsamen Konzeption die Situation nachhaltig zu überbrücken.

Das Regierungspräsidium Freiburg und der zuständige Bereichsausschuss für den Rettungsdienst werden kontinuierlich über die Situation im Rettungsdienst informiert.

Da es sich bei dem Personalmangel im Rettungsdienst im Wesentlichen um ein arbeitsmarktspezifisches, bundesweites Problem handelt, hält das Deutsche Rote Kreuz, Kreisverband Freiburg weitergehend folgende Maßnahmen für zwingend erforderlich:

• Ggf. zeitlich befristete Öffnung der gesetzlichen Vorschriften zur Besetzung der Rettungsmittel, um Personen mit vergleichbarer Qualifikation (wie z.B. Krankenpfleger) die Mitarbeit im Rettungsdienst zu ermöglichen
• Ggf. zeitlich befristete Zulassung der Besetzung des Notarzteinsatzfahrzeuges auch mit Rettungssanitätern, wie dies in anderen Bundesländern auch umgesetzt wird
• Verlängerung der Übergangsfrist zur Nachqualifizierung für die
Notfallsanitäter bis 2025
• Erhöhung der Attraktivität der Berufe des Rettungsdienstes durch die
Umsetzung neuer Kompetenzregelungen für die neu ausgebildeten
Notfallsanitäter
• Erörterung dieser Themen auf der Landesebene, um gemeinsam mit
Politik, Kostenträgern und den Partnern der anderen Hilfsorganisationen
und Institutionen notwendige Vereinbarungen und Beschlüsse
angesichts des Personalmangels bis 2020 zu treffen.

Das Deutsche Rote Kreuz, Rettungsdienst gGmbH Freiburg ist Träger des Rettungsdienstes im Rettungsdienstbereich Freiburg/ Breisgau-Hochschwarzwald und in Teilen des Rettungsdienstbereiches Waldshut. Wesentliche Aufgaben des Rettungsdienstes sind die Integrierte Leitstelle, die Notfallrettung und der Krankentransport. Die gesetzliche Grundlage des Rettungsdienstes ist das Rettungsdienstgesetz des Landes Baden-Württemberg. Seit 2014 gibt es die dreijährige Berufsausbildung zum Notfallsanitäter. Gleichzeitig wurde die bis dahin gültige 2-jährige Ausbildung zum Rettungsassistenten beendet. Deshalb stehen im Moment am Arbeitsmarkt bundesweit nicht genügend Fachkräfte zur Verfügung.

Autor: Karin Bundschuh · Bild: Patrick Seeger

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